Freitag, 9. Mai 2008

Schritt 2: Die Schnupperflugstunde



Der Erste Schritt zum Flugschein erfolte an einem grauen Frühlingstag 2008 am Flugplatz Nabern bei Kirchheim Teck - das wiederum liegt in der Nähe von Stuttgart.

Von der Flugschule erhielt ich die Kontaktdaten meines künftigen Fluglehrers Andreas - selbst A340 Kapitän bei der Lufthansa. Wir vereinten einen Termin und schon bald darauf trafen wir uns zu meinem ersten Flug.

Nach dem Aussencheck der CT (Foto), eine kurze Einführung in die Flugtheorie, dann gings auch schon ins Cockpit - während ich auf dem linken, sprich dem "Pilot in command"-Sitz platz nehmen durfte. Die CT ist zwar nur ein zweisitziges, sogenanntes "Ultraleicht"-Flugzeug (dazu später mehr), jedoch ausgestattet wie ein moderner Linienjet. Mit komplettem "Glasscockpit" (so wird ein Cockpit genannt, bei dem Monitore und digitale Anzeigen die herkömmlichen Rundinstrumente weitgehend abgelöst haben), Autopilot, grossem Navigationsgerät mit moving map, elektrischen Klappen und so weiter und so fort.

Nach dem Innencheck und dem Anlassen des Motors folgte das Einstellen der Instrumente und die Anmeldung per Funk und schon rollten wir zum Rollhalt der Graspiste 32. Auf dem Weg dorthin noch die letzten Ruder- und Bremschecks und als der Motor warm war gings dann auf die Piste:

Vollgas und bereits nach 200m hoben wir ab und durch die Frontscheibe war nur noch Himmel zu sehen. Kaum auf Reisehöhe überliess mir Andreas auch bereits das Steuer und wir gingen auf Kurs Richtung Westen wo unser Zielflugplatz Heubach liegen sollte.


Unterwegs blieb erst mal kaum Zeit, die von hier oben unglaublich schöne Herbstlandschaft mit den bunten Wälder, der schwäbischen Albkante und der Burg Teck zu geniessen. Höhe, Kurs und Geschwindigkeit halten brauchen mehr Konzentration als gedacht und schon kleine Windböhen oder Ruderausschläge führen dazu dass all das nicht mehr stimmt.

Allerdings zeigte sich erstaunlicherweise schnell, dass die unzähligen Übungsstunden am Flugsimulator durchaus ihre Spuren hinterlassen haben: Die Steuerung funktionierte schon recht schnell ganz gut und es folten weitere Übungen wie flache und steile Kurven, steigen auf bestimmte Höhe, wieder sinken und so weiter. Während ich die ersten Minuten zugegebenermassen nicht richtig geniessen konnte, gaben die Übungen bereits eine erste Sicherheit und der Flug wurde immer schöner.

Andreas absolvierte dann die Zwischenlandung in Heubach und auf dem Rückweg absolvierte ich dann auch gleich meinen ersten eigenen Start in einem echten Flugzeug. Zurück in Nabern dann in die Platzrunde für die Piste 32 und Andreas zeigte mir, wie man eine butterweiche Landung auf einer nur knapp 500m langen Piste macht.

Da war meine Entscheidung bereits gefallen: Ich will mehr davon. Nächste Woche werde ich mich zur Ausbildung anmelden.

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